Über uns

Jour Fixe – Gewerkschaftslinke Wien

Lohnkürzungen, Stellenabbau, Outsourcing, Offshoring, Arbeitsverdichtung, respektloses Verhalten von Vorgesetzten oder Sozialabbau – im kapitalistischen Alltag sind wir wachsenden Angriffen von Unternehmen, Arbeitgeber*innen und staatlichen Institutionen ausgesetzt. Mit dem Resultat, dass unsere Arbeits- und Lebensverhältnisse immer prekärer werden. Während sozialpartnerschaftlich orientierte Gewerkschaften besonders in Zeiten der Krise immer erfolgloser versuchen die Auswirkungen des neoliberalen Kapitalismus abzufedern, greifen Entsolidarisierung und Spaltung in unserem Arbeits- und Alltagsleben immer mehr um sich. Obwohl die vorhandenen materiellen Verhältnisse ein gutes und schönes Leben für alle ermöglichen würden, wird dies durch Ausbeutung und ungleiche Verteilung von Wohlstand verhindert.

Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind ein Forum für Gewerkschaftsmitglieder, Ausgetretene und Nichtmitglieder. Wir wenden uns an Vollzeitbeschäftigte, prekär Beschäftigte, Migrant_innen, Lehrlinge Studierende, Erwerbslose und Pensionist_innen. Wir wenden uns auch an Betriebsrät_innen und Interessensvertreter_innen, innerhalb und außerhalb von Gewerkschaften, die an kollegialem Erfahrungsaustausch interessiert sind.

Wir sind kritisch gegenüber der vorherrschenden Politik der EU, ihrer autoritären Krisenbearbeitungsstrategien im Inneren, sowie dem Streben nach imperialer Ausdehnung z.B. nach Osteuropa im Äußeren. Die vorherrschende Ausrichtung dieser Politik geht an menschlichen Bedürfnissen vorbei und orientiert sich primär an ökonomischen und militärischen Interessen. Wir denken die Kritik daran darf nicht rechten oder nationalistischen Standpunkten – die sich auch innerhalb von Gewerkschaften finden – überlassen werden.

Wir wollen ein Leben ohne Ausbeutung, Konkurrenz und Leistungswahn. Und folglich eine Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus und anderen Formen der Ausgrenzung. Wir wollen ein selbstorganisiertes Leben, das dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe verpflichtet ist. Daher unterstützen wir Kolleg*innen bzw. Belegschaften, die sich in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld zur Wehr setzen und organisieren (wollen). Wir wollen ein Treffpunkt für alle sein, die Widerstand gegen Lohnkürzungen und Sozialabbau, gegen die Zumutungen des (neoliberalen) Kapitals leisten (wollen). Ebenso für jene, die Kritik am System und an den herrschenden Parteien haben, die diese Zustände hervorbringen, aber auch an den Gewerkschaftsführungen, die in ihrer Doppelfunktion als Abgeordnete in Nationalrat oder Landtagen Sozialabbau mittragen. Wir wollen ein Forum schaffen, um unsere Erfahrungen mit Organisierungsprozessen und Arbeitskämpfen reflektieren und diskutieren zu können.

Das heißt…

  1. Wir wollen zu einem kollektiven Verständnis solidarischer und emanzipatorischer Unterstützungsarbeit bzw. basisorientierter Gewerkschaftsarbeit beitragen.
  2. Wir wollen ein Netzwerk basisorientierter Gewerkschaftaktivist*innen jenseits traditioneller Grenzen aufbauen, in Verbindung mit fortschrittlichen Akteur*innen inner- sowie außerhalb von Gewerkschaftsorganisationen und über nationalstaatliche Grenzen hinweg. Dabei beziehen wir uns auf bereits existierende Initiativen wie etwa den Jour-Fixe – Gewerkschaftslinke Hamburg (http://jourfixe.hamburger-netzwerk.de ) und ähnlichen Initiativen im deutschsprachigen Raum, aber auch international.
  3. Wir wollen uns einmischen und eine gemeinsame Praxis der gegenseitigen Hilfe entwickeln.

Konkret…

  • Jour Fixe: Wir treffen uns regelmäßig zu einem wichtigen, aktuellen oder grundsätzlichen Thema – auch zu weiteren Terminen. Im Rahmen dieser (öffentlichen) Treffen tauschen wir uns aus und diskutieren anhand von Berichten von aktiven Kolleg*innen, Vorträgen, Film- und Diskussionsveranstaltungen.
  • Praktische Unterstützung: Wir unterstützen Kolleginnen und Kollegen in aktuellen Organisierungsprozessen und Arbeitskämpfen.
  • Mailingliste: Wir ermöglichen einen niedrig schwelligen Informationsaustausch über aktuelle Arbeitskonflikte und -kämpfe, Initiativen und Vernetzungen.
  • Newsletter: Wir sammeln Informationen über einschlägige Veranstaltungen, Arbeitskonflikte und -kämpfe, Initiativen und Vernetzungen auch über den österreichischen Kontext hinaus, in einem regelmäßigen Newsletter, um damit weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen anzusprechen.

Klar ist…

  • Für uns steht Selbstorganisation – egal ob in, außerhalb oder neben traditionellen Interessenvertretungen – im Mittelpunkt. Die Akteur*innen sprechen und handeln für sich selbst.
  • Wir gehen nicht von einem Patentrezept für Organisierung und Arbeitskämpfe aus.
  • (Über)betriebliche Kämpfe sind soziale Kämpfe. Wir suchen nach Verbindungslinien zu anderen sozialen Kämpfen und potentiellen Bündnispartner*innen.
  • Wir beschäftigen uns kritisch mit den kapitalistischen Krisenerscheinungen, mit autoritären Krisenbearbeitungsstrategien und mit der Krise traditioneller Gewerkschaftsorganisationen.
  • Wir lehnen Stellvertreter*innenpolitik, Kompromisse über die Köpfe betroffener KollegInnen hinweg und undemokratische Gewerkschaftsstrukturen ab.
  • Wir denken, dass es zunehmender Einmischung in die Gewerkschaftspolitik braucht, nicht nur um gesellschaftliche Veränderung vorantreiben zu können, sondern auch um den tagtäglichen Angriffen auf unseren Lebensstandard entgegentreten zu können.
  • Wir sind eine Plattform für Widerstand. Wir haben keine formale Mitgliedschaft und keinen Beitrag.
  • Wir sind parteiisch und politisch, aber nicht parteipolitisch. Das bedeutet, wir sind nicht die Vorfeldorganisation irgendeiner Partei oder politischen Gruppe. Jede/r Jour Fixe Teilnehmer*in spricht nur für sich, nicht als Delegierte/r einer politischen Gruppe.

Stand: 29. April 2014

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